AUSTRO ROCK FESTIVAL, 3. u. 4. Rocktober08, Klagenfurt, Wörtherseehalle


Das erste AustroRock Festival nach einer Pause von X Jahren ist Geschichte und eigentlich fehlenmir immer noch die Worte. Diese Benefiz-Veranstaltung war organisatorisch, musikalisch sowie freundschaftlich Top, finanziell leider ein Flop. Die österreichische Szene lebt nur das Publikum dafür ist anscheinend schon gestorben oder vegetiert vor tv oder pc.

Das gesamte 2 Tages Fest glänzte jedenfalls durch ein bestechendes line up von bands aus der Vergangenheit, solchen, die schon immer da waren, der Gegenwart und möglicherweise der Zukunft. Für mich war es das Paradies denn wo sonst hat man alles an einer Stelle?

STEREOFACE hatten die undankbare Aufgabe, das Fest zu eröffnen. Freitag nachmittags, leere Halle aber die 4 Grazer gaben mit ihrem frischen Gitarrenrock ordentlich Gas. Die Väter zweier bandmembers waren wohl schon vor 25 Jahren in Pinkafeld dabei.....

Das DULEMANN BLUES TRIO aus Leoben ist in ihren Breiten schon lange bekannt und beliebt. Sehr bluesig am Anfang mit Eigenkompositionen und Mundart Texten und bei Halbzeit etwa etwas heftiger knieten sie sich kräftig rein und Werner D. spielte seine Gitarre auch mal am Rücken.

Die Kärntner JAM TRAX hatte ich als support von Nazareth schon mal gesehen und nie mehr vergessen. Bluesrock vom Feinsten und über ihren Gastmusiker, den Ausnahmegitarristen von den Bluesbreakers freute ich mich besonders.

DIE MÜLLIONÄRE vertraten eine wesentlich heftigere Fraktion. Die Kärntner brachten Metal mit deutschen Texten – Vollgas eben.

Die BLUESPUMPM als nächstes waren da schon eher meins. Die band um Zappa ist nun schon seit etwa 30 Jahren unterwegs und feierte auch international einige Erfolge. Erdig, ehrlich und immer wieder ein Erlebnis.

EXCUSE ME MOSES sind mir namentlich schon bekannt nur gesehen hatte ich sie noch nie. Rock vom Feinsten und genauso melodisch wie auch heavy – eine sehr gute Mischung aus Niederösterreich.

SEXTIGER aus Wien feiern heuer ihr 25 jähriges Bühnenjubiläum und ich weiß schon lange, daß sich eine SEXTIGER show immer lohnt. Seit einiger Zeit ist nun auch ULLI BAER am Baß mit dabei. SUZY Q war diesmal leider nicht dabei aber die heavy rock show war trotzdem perfekt. Zwei Katzenmädels tanzten gekonnt zwischen den Musikern herum und diese gaben kräftig Gas so daß ich mal wieder nicht wußte worauf ich schauen sollte.

NO BROS aus Tirol waren die vorletzte band von Tag 1. Die Reunion ist geglückt und ihr Album Hungry For The Good Times spricht mir aus der Seele und begleitet mich mittlerweile auf jeder Reise. Die Jungs um bandleader KLAUS SCHUBERT boten ebenfalls die volle Show inklusive guitar crash und eine perfekte Mischung aus alten (Be My Friend, Heavy Metal Party) und neuen songs. Ein ganz neuer song war auch dabei und kam sehr gut an. Neu in der Band ist ANDY BRUNNER am Keyboard. Mit seinem Stil paßt er perfekt zum klassischen Hardrock und irgendwie drängten sich da noch mehr Vergleiche mit Deep Purple auf.

RUSSKAJA aus Wien waren die letzte Band des Tages und das war was ganz anderes: Rock mit Bläsersätzen, Geige und russischem Einschlag – unterhaltsam aber trotzdem hatte ich nach 2 oder 3 songs keinen Nerv mehr für Sprüche in gebrochenem Deutsch und Party-Animationen. Musikalisch aber sicher in Ordnung.

Schon der erste Tag machte mich stolz, so viele Spitzenbands in Austria zu haben nur leider schien das außer mir und den vielen helfenden Händen kaum jemanden zu interessieren. Zahlendes Publikum war so gut wie nicht vorhanden und die Hoffnung ruhte nun auf Tag 2.

VF-WEST, Villacher Band um Veranstalter ALI PERNUL am Schlagzeug eröffneten am frühen Nachmittag den Reigen mit coverversions aus den Achzigern. Mit Vollgas auf ein Neues sozusagen und endlich hatten sie mal selber eine große Bühne mit allem was dazu gehört.

THYTOPIA, eine vierköpfige Band aus Kärnten waren die nächsten. Metal vom Feinsten, noch dazu mit Frontfrau. Überraschend gut und bis dahin hatte ich gedacht, sowas funktioniert nicht wirklich. Die quirlige Sängerin hat mich eines Besseren belehrt und auch die Jungs beherrschten ihr Handwerk – Kompliment.

MISBEGOTTEN aus Salzburg boten die Art Metal die mir persönlich zu heftig ist. Sicher gut gespielt denn diese Band gibt es auch schon ein paar Jahre und dem Publikum gefiel es.

BADHOVEN, melodic Rockband aus Graz boten ein set aus den letzten beiden Alben Behind The Masquerade und Believe. Ihre songs mochte ich schon immer aber mit dem zweiten Gitarristen WIM ROELANTS der schon mit Größen wie Motörhead, Steve Vai und anderern gespielt hat ist gleich noch mal so gut.

Die Kärntner Metal Band MADOG bot ebenfalls die volle show mit Feuerwerk und brennender Axt. Super Stimmung und ihre Version von Run To The Hills ist immer wieder ein besonderer Höhepunkt

SPOUT habe ich leider komplett verpaßt - sorry.

SPEED LIMIT aus Salzburg haben sich erst vor wenigen Monaten reformiert und starten jetzt im Rocktober ihre Reuniontour. Die Jungs rockten frisch drauf los wie in alten Zeiten und natürlich hatten sie die Dauerbrenner Lady und Fly With The Eagle auch im set. Super und alles Gute denn an neuen songs wird schon gebastelt..

BLIND PETITION waren die letzte Band des Festivals (Alkbottle hatten ja abgesagt...) Die Wiener Heavyrockband gibt es auch schon ewig und den Spaß an ihrer Musik haben nicht nur sie selber sondern auch alle fans. Volle show mit Feuerwerk und neuem Bassisten. MUFF SOPPER, hat vor vielen Jahren den Verein Österr. Musiker gegründet und sich dann mehr auf das Rockhaus/Planet Music und das Promoten verlegt. Er fegte über die Bühne als gäbe es kein Morgen. Mit 2 Balladen zwischen drin hätte ich auch nie gerechnet und über Hero Hero als Zugabe habe ich mich auch sehr gefreut.

Zum Abschluß möchte ich noch was loswerden: Danke an ALI für die perfekte Organisation, danke an ALLE Bands die ihn und die spärlich vorhandenen fans nicht im Stich gelassen und trotzdem die volle show durchgezogen haben. Das Konkurenzdenken von damals ist verschwunden und so war es ein geiles Fest von Freunden für Freunde. Der Zusammenhalt um den Schaden mangels Publikum zu begrenzen war einsame Spitze – alle Achtung!!!

Heißen Dank und ich freue mich schon auf das AustroRock 2009.

I. S.